Junge Union Kreisverband Würzburg Land
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JU-Kreisvorsitzender

Der Kreisvorsitzende zur Antisemitismusdebatte

Marc Zenner

Kreisvorsitzender

"Die jüngsten antisemitischen Entgleisungen auf deutschen Straßen und im Internet stimmen nachdenklich. Hierbei kann es keine Rolle spielen, ob man aus der wohlfeilen und manchmal moralisch aufgeladenen, sicheren deutschen Distanz die eine oder andere Kriegspartei „unterstützt“. Als christlich-sozialer Politiker unterstützt man per se alle Bemühungen nach Frieden.

Dabei sollten wir zunächst einmal versuchen uns ein Leben in Israel vorzustellen, bevor man vorschnell moralisch urteilt, was uns ohnehin nicht zusteht: Wer saß schon auf dem Marktplatz und wurde beim Kaffeetrinken in der Sonne vom Luftalarm und Raketenbeschuss aufgeschreckt? Wer hat sich schon mal im Bus beim nächsten einsteigenden Fahrgast gefragt, ob das jetzt ein potentieller Selbstmordattentäter ist? In Israel gehört das wohl leider zum Alltag. Das rechtfertigt nichts, macht aber einiges nachvollziehbar.

Traurig stimmen muss uns jedoch die Gewissheit, dass diesem Krieg weitere folgen werden, falls nicht die Ursache des Konflikts ernsthaft und endgültig gelöst wird. Skepsis ist da angebracht, insbesondere solange die Palästinenser nicht eine echte Chance auf Freiheit und Wohlstand haben und weiter von der terroristischen Hamas geknechtet und missbraucht werden. Israel verdient unsere Solidarität als demokratische Bastion in einer aufgewühlten und aus unserer Sicht zutiefst bedrohlichen Region, auch wenn man nicht alles gutheißen muss, was die israelische Regierung tut.

Worauf wir aber als deutsche Demokraten Einfluss haben, ist wie wir in unserem Land den politischen Diskurs führen wollen. Zu Recht sind wir stolz auf unsere Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Deshalb müssen wir auch dafür Gewähr tragen, dass Immigranten nicht ihren Hass und Krieg auf unsere Straßen tragen, dabei noch von fehlgeleiteten Extremisten unterstützt werden und unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gespuckt wird. Hiergegen müssen wir uns als Demokraten mit allen legalen Mitteln wehren!

In Würzburg jedenfalls hat Antisemitismus keinen Platz – dies gilt selbstverständlich auch für jeden anderen politisch, rassistisch oder religiös motivierten Angriff auf das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Dafür steht die Junge Union Würzburg Land aus vollster Überzeugung."

Marc Zenner, Kreisvorsitzender