Junge Union Kreisverband Würzburg Land
Sie sind hier: Startseite » Aktuelles » Archiv 2014 » Rente mit 63 Muss das sein?

Rente mit 63 Muss das sein?

Rente mit 63 - Muss das sein?

Auf dem Bild zu sehen sind von links nach rechts: Herr Zips, Dr. Ulrich Seubert, MdB Paul Lehrieder, Herr Willeke, Björn Jungbauer, Richard Oswald und Marc Zenner.

Rente mit 63 Muss das sein?

Diskussionsveranstaltung der Jungen Union mit Fachleuten

In Berlin sind sich die zuständigen Politiker einig: Das Rentenpaket mit Mütterrente und „Rente mit 63“ wird kommen. Anlässlich der Diskussionsveranstaltung in den Räumlichkeiten der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern ging der CSU-Nachwuchs und auch einige Gäste mit den geplanten Änderungen hart ins Gericht.

Erfreut war die Junge Union Unterfranken als Veranstalter über die freundliche Empfang in der Rentenversicherung durch den Hausherrn Herrn Direktor Wilecke, der zunächst die interessierten Gäste über das Haus und die Struktur der Behörde informierte. Es war dann an seinem Fachbereichsleiter Herr Zips, nicht nur die derzeitigen Möglichkeiten des Renteneintritts, sondern auch die geplanten Änderungen zu erläutern – nicht ohne auf etwaige Unwägbarkeiten und Probleme hinzuweisen.

Neben den Fachleuten des Hauses war auch Paul Lehrieder als ausgewiesener Fachpolitiker zum Thema gekommen, genauso wie die Spezialisten aus den Reihen der Jungen Union, Richard Oswald und Dr. Ulrich Seubert.

„Wohingegen die Mütterrente noch mitgetragen werden könne, müsse diese jedoch ehrlicherweise Steuerfinanziert werden. Ansonsten liegt eine einseitige und ungerechte Belastung der aktuellen, jungen Beitragszahler vor“, führte Dr. Ulrich Seubert, JU-Landesvorstandsmitglied und promovierter BWLer aus. Von der Rente mit 63 würde nur eine überschaubare Anzahl ohnehin schon begünstigter Personen, wie z.B. Facharbeiter aus der Industrie, profitieren. Die berühmte Krankenschwester oder Altenpflegerin, die wirklich aufgrund der körperlichen Belastung Probleme hat die Regelalterszeit zu erreichen, wären außen vor. Auch Richard Oswald, JU-Bundesvorstandsmitglied stieß in das gleiche Horn und forderte die zur Abstimmung berufenen Parlamentarier zur Ablehnung auf des Rentenpakets auf. Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder hingegen machte deutlich, dass er dem Paket zustimmen werde, weil es der einzige Weg sei die Mütterrente zu verwirklichen und im Koalitionsvertrag das Paket vereinbart sei. Im Übrigen warb er für mehr Flexibilität beim Renteneintritt und insbesondere bei der Weiterbeschäftigung von Rentnern.

In der anschließenden lebhaften Diskussion brachten auch ältere Gäste ihr Missfallen am Rentenpaket zum Ausdruck. JU-Kreisvorsitzender Marc Zenner: „Letztlich bewertet man die Arbeit derjenigen, die dann abschlagsfrei vor dem Regelrentenalter ohne Abschläge gehen können, höher als unsere Arbeit. Wir jungen werden in 30 Jahren ein wesentlich niedrigeres Rentenniveau haben und bis zum 70. Lebensjahr arbeiten müssen. Auch das ist nicht gerecht, weil wir jetzt zahlen und später nichts mehr bleibt.“ Auch Herr Zips von der Deutschen Rentenversicherung brachte sein Unverständnis als Privatmann zum Ausdruck, weil es eine Möglichkeit nach 45 Beitragsjahren in Rente zu gehen doch schon gebe.

„Wir haben unsere Bedenken und Argumente den Entscheidungsträgern mit auf den Weg nach Berlin gegeben, auch wenn wir wissen, dass wir keine Mehrheiten für mehr Generationengerechtigkeit derzeit haben. Wir werden aber auch nicht aufhören, den Finger in die Wunde zu legen, wenn spätestens in 4 Jahren Finanzierungschwierigkeiten auftreten!“ zog JU-Bezirksvorsitzender Björn Jungbauer das etwas bittere Resümee der Diskussion, danke aber insbesondere Paul Lehrieder recht herzlich, dass er sich der Diskussion stellte.